Fliegen mit und ohne Motor

Der Mensch träumte schon lange vom Fliegen. Heute gibt es so viele Möglichkeiten, in die Luft zu kommen: Flugzeuge in allen möglichen Größen mit und ohne Motor, mit Propeller, Turbinen, elektrisch oder mit Verbrenner, Gleitschirme, Hubschrauber, …

Der Nachbau des Lilienthalgleiters in der Nikolaikirche Anklam © Maja Christ
Nachbau des Lilienthalgleiters

Da vergisst man fast, dass der erste längere Gleitflug knapp 130 Jahre her ist (1891) und der erste motorisierte Flug wahrscheinlich erst Anfang des letzten Jahrhunderts stattfand (von wem auch immer).

Nachbau der Weisskopf-Flugmaschine © Andrés Chavarría
Nachbau der Weisskopf-Flugmaschine

Segelflug

Segelfliegen kann man ab 14 Jahre. Zuerst mit Fluglehrer, dann auch alleine, solange ein Lehrer am Platz ist. Inzwischen kann man den Flugschein mit 16 machen. Am meisten Spaß macht es im Verein. Da braucht man allerdings etwas Zeit an den Wochenenden und in den Ferien. Denn auch, wenn in das Flugzeug nur ein oder zwei Personen passen, ist Segelfliegen ein Mannschaftssport: Fluglehrer, Startleiter, Windenfahrer oder F-Schlepppilot, Seil- und Flugzeug-Rückholer, Flächenhalter – es braucht viele helfende Hände, um ein Segelflugzeug in die Luft zu bekommen. Aber der Aufwand lohnt sich. Das Gefühl, wenn man einen Aufwind erwischt, der einen höher und höher bringt und stundenlanges Flugvergnügen beschert, ist unbeschreiblich.

Segelflugschulung Anfang der 1990er am Feuerstein © Hartmut Christ

Natürlich kann man seinen Flugschein auch in einer kommerziellen Flugschule machen und später ein eigenes Flugzeug kaufen, wenn man das nötige Kleingeld hat. Aber auch dann kommt man nicht ohne Helfer an den Himmel.

Segelflugzeug © Maja Christ

Motorflug

Motorflugzeug © Maja Christ
Cessna

Motorfliegen kann ab 16 Jahren lernen, ab 17 darf man die Lizenz machen. Man kann es im Verein betreiben, dann muss man wie beim Segelflug im Verein Jahresbeiträge und oft auch Arbeitsstunden leisten. Dafür ist die Flugstunde billiger, als wenn man in einer Flugschule lernt bzw. chartert. Teurer als Segelfliegen ist es allemal. Was fehlt, ist der Reiz des Thermikfliegens. Aber Spaß macht die Fliegerei auch mit Motor. Und es passen meist mehr als zwei Passagiere in eine Maschine.

Seit einigen Jahren ist zu der alten Privatpilotenlizenz PPL(A) die europäische Lizenz, der Pilotenschein für Leichtflugzeuge LAPL(A) hinzugekommen. Mit einem LAPL(A) darf man einmotorige Flugzeuge oder Motorsegler mit einer höchstzulässigen Startmasse von 2000 Kilogramm innerhalb von Europa steuern. Maximal dürfen zusätzlich zum Pilot drei weitere Personen befördert werden.

Aquila im Landeanflug © Maja Christ
Aquila im Landeanflug

Der PPL(A) berechtigt zum (nichtgewerblichen) Fliegen von Flugzeugen bis 2000 Kilogramm auch im nichteuropäischem Ausland.

Motorsegelflug

Motorsegelflugzeuge vereinen die Eigenschaften des Motorflugs mit denen des Segelflugs. Ein Vorteil: Man kann fliegen, auch wenn es keine Thermik gibt. Es gibt Motorsegler, die eher wie Motorflugzeuge mit langgestreckten Flügeln aussehen (Reisemotorsegler), Segelflugzeuge mit Hilfsmotor und Ultraleicht-Motorsegler.

Ultraleichtflug

Flugplatz Anklam EDCA © Maja Christ
Ultraleichtflugzeug C42

Was genau unter „Ultraleichtflugzeug“ fällt, unterscheidet sich von Land zu Land. Ultraleichtflugzeuge (UL) fassen maximal zwei Personen und sind ein „Luftsportgerät“, kein „Luftfahrzeug“.

Bei uns darf ein UL maximal 300 Kilogramm (Einsitzer) bzw. 450 Kilogramm (Zweisitzer) wiegen, jeweils plus 22,5 Kilogramm für das Rettungssystem. Seit Kurzem gibt es die Möglichkeit, UL bis 600 Kilogramm aufzulasten. Einige Anbieter haben auch schon Maschinen, die eine höhere Zuladung haben.

Man kann maximal einen Passagier mitnehmen und hat nicht viel Spielraum für Gepäck, kommt aber viel günstiger in die Luft als mit den größeren Motorflugzeugen. Auch die Sportpilotenlizenz (der Luftfahrerschein für Luftsportgeräteführer) ist günstiger zu erwerben. Leichter zu fliegen sind UL aber nicht unbedingt, da sie viel stärker auf Böen reagieren als schwerere Flugzeuge.

Ultraleichtmotorsegler ULF-2 © Maja Christ
ULF 2

Dann gibt es noch eine extra leichte Ultraleicht-Klasse: UL bis 120 kg Leermasse inklusive Gurtzeug und Rettungssystem. Quasi die Mofas und Fahrräder unter den UL. Mehr Info gibt’s unter anderem beim Deutschen Verband zur Förderung des Sports mit Leichten Luftsportgeräten (DVLL) unter https://dvll.de/.

Trike © Maja Christ

Neben der Lizenz für das Fliegen von aerodynamisch gesteuerten UL, die im Prinzip wie Motorflugzeuge „in klein“ aussehen, gibt es extra Lizenzen für Trikes (Motordrachen), motorisierte Hänge- und Paragleiter sowie für Tragschrauber.

Auch nichtmotorisierte Hängegleiter und Gleitschirme fallen unter die Kategorie „Luftsportgerät“.

Gleitschirmflieger EDVI © Maja Christ
Gleitschirmflieger nutzt den Hangwind

Das hier ist natürlich nur eine kleine Auswahl. Mehr Infos gibt es auch bei Wikipedia. Oder direkt beim Deutschen Aero Club e.V. unter www.daec.de.
Und bei den einzelnen Vereinen und Flugschulen gibt es genauere Infos zum Ablauf der Schulung, Preisen etc.

Zeppelin
Zeppelin in Friedrichshafen

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