Ultraleichtfliegen und Meer: Baltrum und Föhr

In Baden-Württemberg haben die Schulferien begonnen und wir haben es endlich geschafft: ein Ausflug mit unseren Kindern nach Baltrum. Ganz spontan haben wir uns für die ersten Tage nach Schulschluss zwei C42 gechartert und haben das tolle Wetter für einen Flug ans und übers Meer genutzt. Hinter uns liegen mehr als 9 Stunden Flugzeit, ein paar wunderschöne Tage am Meer und eine Reifenpanne in Ganderkesee. Danke an Bernd vom Flugplatz EDWQ! Er war unser Retter in der Not. Aber fangen wir vorne an …

Tag 1: Letzter Schultag – los geht’s zum Flugplatz

Nachdem wir am letzten Wochenende wieder einmal wetterbedingt kurzfristig umdisponieren mussten und aus einem Flug zur See ein Flug zum See wurde, wollen wir einen zweiten Versuch starten. Für die ersten Tage der Sommerferien sieht die Vorhersage sehr gut aus und wir können kurzfristig zwei C42 chartern – wenn auch von unterschiedlichen Plätzen. Sowohl die ASW in Worms als auch easy-bird in Mosbach-Lohrbach haben nur ein Flugzeug frei. Das kennen wir schon und es wird uns nicht abhalten. Lediglich unser Jüngster könnte unsere Pläne durchkreuzen, denn er hat sich nach dem Ausflug zum Badesee in Thannhausen eine fiese Erkältung zugezogen. Doch die Kinderärztin gibt „grünes Licht“ und bestätigt sogar, dass die Meeresluft in dem Fall sehr gut tun würde. Also machen wir uns am späten Mittwochnachmittag auf den Weg nach Mosbach, um das erste Flugzeug einzusammeln.

Flugvorbereitung © Maja Christ
Ein langer Flug will gut vorbereitet sein.

Während Andrés die D-MOYO nach Worms überführt, mache ich mich mit unserem Teenager und unserem Beinahe-Teenager mit dem Auto auf die Weiterfahrt nach Worms. Hier werden wir die Nacht verbringen, damit wir am Donnerstagmorgen früh Richtung Nordsee aufbrechen können.

Abendstimmung am Flugplatz Worms EDFV © Maja Christ
Abendstimmung am Flugplatz Worms EDFV
Abendstimmung am Flugplatz Worms © Maja Christ
Wir genießen den Abend am Flugplatz Worms – mit Mückenspray.

Wir nutzen den Abend, um schon einmal unsere Siebensachen zu sortieren. Andrés wird mit unserem Jüngsten mit der MOYO fliegen, ich mit unserem Teenager mit der D-MASN – ebenfalls eine C42B von Comco Ikarus.

Franz, der sowohl Fluglehrer bei der ASW als auch Flugleiter ist, wird am nächsten Morgen Dienst am Turm haben. Er wünscht uns eine gute Nacht und verspricht, am nächsten Morgen rechtzeitig da zu sein, damit wir die Flugzeuge aus der Halle holen und tanken können.

Die Nacht wird unruhig und viel Schlaf finden wir nicht. Das liegt zum einen an der nahegelegenen Straße mit dem nächtlichen Verkehr und zum anderen daran, dass Andrés sich bei unserem Jüngsten angesteckt hat. Er hat erste Erkältungssymptome.

Am Donnerstag stehen wir Erwachsenen früh auf. Bereits gegen 6:30 Uhr ist der erste Espresso am Flugplatz durchgelaufen und wir fangen an zu packen und warten, dass unsere Kinder wach werden. Andrés ist trotz Erkältung fit und wir alle froh, dass wir uns tatsächlich auf den Weg nach Baltrum machen können. Unsere Kinder waren noch nie an der Nordsee. Das Meer kennen sie nur aus Mexiko.

Tag 2: Von Worms EDFV nach Leer-Papenburg EDWF

Wir starten einer nach dem anderen. Ich fliege mit der MASN voraus und nehme zunächst Kurs Richtung Ingelheim am Rhein. Nachdem wir Frankfurt passiert haben, steigen wir auf 5000 ft. Die Sicht ist bombastisch, die Luft ruhig und wir genießen unseren Flug.

Flughafen Dortmund © Maja Christ
Der Flughafen Dortmund

Vorbei an Limburg an der Lahn, Siegen, Dortmund und Münster führt uns unser Weg. Über die Bord-Bord-Frequenz halte ich Funkkontakt mit dem Rest meiner Familie, doch regelmäßig höre ich über Intercom die Frage, die alle Eltern auf Reisen von ihren Kindern nur allzu gut kennen: „Mama, wie lange noch? … Was? So lange?“

Immerhin hat mein Teenie sein Handy dabei und als er keine Lust mehr zum Mitsteuern, Rausgucken oder Schlafen hat, zockt er eine Weile. Nach etwas über drei Stunden Flugzeit erreichen wir Leer-Papenburg. Wir möchten hier wieder einmal einen Tankstopp einlegen und uns ein wenig stärken. In EDWF zahlt man keine Landegebühren, sondern nur den Sprit. Das kann man sich doch nicht entgehen lassen. Außerdem sind die Leute nett.

Kurz bevor wir uns auf den Weiterflug machen, werden wir noch für die Facebook-Seite des Flugplatzes abgelichtet, dann dürfen wir wieder starten.

Screenshot Facebookseite Flugplatz Leer-Papenburg
Screenshot Facebookseite Flugplatz Leer-Papenburg
Screenshot Facebookseite Flugplatz Leer-Papenburg

Wir sagen Danke für den tollen Service und nehmen einer nach dem anderen Kurs auf Baltrum.

Weiter nach Baltrum EDWZ

Nun ist es nur noch ein kleiner Hopser. Das Meer ist bereits in Sicht und die letzten Minuten bis zur Insel überstehen auch unsere Kinder ohne weiteres Murren. Im Gegenteil: Sie sind voller Vorfreude.

Anflug auf Baltrum EDWZ © Maja Christ
Gleich erreichen wir Baltrum.

Wir erreichen den Platz eine Viertelstunde vor der Mittagspause, die von 13 bis 15 Uhr andauert. Heute haben wir Westwind und so landen wir über die 27. Die Piste ist sicher etwas gewöhnungsbedürftig, da sie aus Verbundpflastersteinen gebaut ist, doch die 360 m schrecken uns mit der C42 nicht ab. Ich fliege relativ hoch an, slippe die restliche Höhe ab und suche mir dann eine Parkposition am hohen Gras, hinter den bereits parkenden Maschinen.

Andrés parkt kurze Zeit später hinter mir und als wir uns auf den Weg in den Ort und an den Strand machen, ist der Flugleiter bereits in seiner Mittagspause. Wir werden ihn erst am nächsten Morgen kennenlernen.

Ankunft am Flugplatz Baltrum © Maja Christ
Wir sind alle in Baltrum gelandet – jetzt wird die Insel erkundet.
Der „Tower“ des Flugplatzes EDWZ samt „Follow me“

Zelten darf man erst seit einigen Jahren direkt am Platz, aber es wird inzwischen eifrig genutzt, so auch von einem Paar, dessen Flugzeug ebenfalls in Mosbach stationiert ist. Die Welt ist klein … Auch sie haben eine längere Anreise zu ihrem Flugplatz, wie sie uns später erzählen. Wir erfahren außerdem, dass man auch in der Nacht Zugang zur Toilette im Flugplatz-Container hat und Duschen im nahegelegenen Yacht-Hafen möglich ist. Außerdem stehen am Strand wie überall auf den Inseln einfache Duschen zur Verfügung.

Flugplatz Baltrum

Wir laufen die paar Hundert Meter zum Westkopf Baltrum – vorbei an einem Vogel, der sich von uns nicht stören lässt, ein paar Ponys, diversen Pferdekutschen und dem Nationalpark-Haus Baltrum.

Der kleine Vogel lässt sich von uns nicht stören und putzt sich munter weiter.
Baltrum: Vom Flugplatz geht es erst einmal zum Westkopf.

Es ist – wahrscheinlich Corona-bedingt – erstaunlich leer auf den Straßen. Das wird sich später ändern: Die Menschen sind zur Zeit alle am Badestrand.

Am Westkopf machen wir eine kleine Pause, die unsere Kinder nutzen, um Watt und Wasser zu erkunden und wir Erwachsenen, um uns von dem Flug ein wenig auszuruhen.

Strand am Westkopf Baltrum © Maja Christ
Zum Spielen in Sand und Schlick sind Kinder nie zu alt – zumindest unsere nicht.

Nach unserer Pause folgen wir dem Weg um die Insel bis zum Baltrumer Badestrand. Hier gibt es genügend Wasser zum Baden, Surfer und mehr Gäste, die sich im Sand und in den Strandkörben tummeln. Doch auch wenn hier mehr los ist – voll ist es bei weitem nicht.

Während ich mich noch ziere, ins kühle Nass zu hüpfen, sind meine Kinder schon lange im Wasser verschwunden. Sie genießen die Wellen, auch wenn die relativ klein sind.

Baden im Meer © Maja Christ
Unsere Jungs haben Spaß in den Wellen.
Die Dünen auf Baltrum

Irgendwann wird uns die Sonne zu viel und der Hunger zu groß und wir beschließen, uns auf den Rückweg zum Flugplatz zu machen, um eine Kleinigkeit zu kochen. Doch so weit kommen wir erst einmal gar nicht. Zu sehr lockt das Strandcafé mit der Aussicht auf leckeren Fisch. Und so gibt es – mit Platz im Strandkorb – Matjes, Bismarckhering und Räucherlachs mit Bratkartoffeln. Lecker!

Gesättigt laufen wir den Kilometer zum Flugplatz zurück und bauen unser Schlaflager auf.

Blick zum Yachthafen Baltrum © Maja Christ
Blick zum Yachthafen
Schlafplatz am Flugplatz – diesmal mit Zelten
Abendstimmung am Flugplatz

Inzwischen stehen weniger Flugzeuge am Flugplatz. Der hat inzwischen schon wieder geschlossen – zumindest für menschliche Piloten. Nun haben die Vögel den Luftraum erobert. Einige Lachmöwen versuchen laut rufend, ihre Artgenossen zu einem Formationsflug zu überreden, doch viel Erfolg haben sie nicht – kaum eine andere Möwe scheint den Rufen Folge zu leisten und so bleibt die Truppe auf zwei bis drei Vögel beschränkt.

Bis auf die Rufe der Möwen ist es sehr ruhig. Wir alle sind müde und kuscheln uns bald in unsere Schlafsäcke – die Kinder in ihrem Zelt, wir Erwachsene in unserem.

Tag 3: Von Baltrum über Helgoland nach Wyk auf Föhr EDXY

Morgenstimmung am Flugplatz Baltrum

Am nächsten Morgen stehen Andrés und ich wieder einmal vor unseren Kindern auf. Das Inselflugzeug – die D-ELKU – startet bereits, um die erste Ladung Zeitschriften für die Insel zu holen.

Wir haben gut geschlafen (obwohl inzwischen auch ich leichte Erkältungssymptome habe), kochen einen ersten Kaffee und machen uns dann auf den Weg, Brötchen für das Frühstück zu besorgen. Bis zum Störtebeker Backshop sind es gerade einmal 400 m. Dort hat sich bereits eine längere Schlange gebildet, in die ich mich geduldig einreihe, während Andrés sich auf eine nahegelegene Bank setzt und das Wetter überprüft. Heute – es ist Freitag – soll es über das Meer und vorbei an Helgoland nach Föhr gehen.

Familienfrühstück am Flugplatz Baltrum © Andrés Chavarría
Frühstück am Flugplatz Baltrum

Kurze Zeit später sind wir mit einer Tüte Brötchen wieder am Flugplatz. Die ELKU ist auch gerade wieder gelandet. Mitten durch die Silbermöwen, die den Anflugbereich der Piste 09 erobert haben, musste der Pilot anfliegen. Die Vögel haben sich jedoch kaum stören lassen. Wahrscheinlich kennen sie das.

Irgendwie bekommen wir nun auch unsere Kinder aus dem Zelt und können gemeinsam frühstücken. Es folgt die obligatorische Flugvorbereitung, dann wird gepackt.

Flugvorbereitung © Maja Christ
Flugvorbereitung: Heute geht es über das Meer vorbei an Helgoland

Derweil startet und landet die ELKU immer wieder, man holt Touristen vom Festland und macht erste Rundflüge. Ich bezahle noch unsere Übernachtungsgebühren – 4 Euro pro Flugzeug – und begrüße den Flugleiter. Die Landegebühren von 10 Euro pro Flugzeug hatten wir am Vortag bereits mit der aeroPS-App gezahlt. Als wir das Flugplatzgebäude verlassen, wartet eine junge Familie bereits aufgeregt auf ihren Rundflug. Der Sohn sieht, wie wir auf das Flugplatzgelände laufen und fragt fast etwas enttäuscht: „Fliegen wir nicht zuerst? Fliegen die vor uns?“ Ich kann ihn beruhigen: „Keine Sorge, wir haben unsere eigenen Flugzeuge dabei.“ Er atmet erleichtert auf.

Schwimmwesten an und übers Meer

Nachdem wir unsere Maschinen gecheckt haben und alle vier Besatzungsmitglieder mit Schwimmwesten versorgt sind (auch wenn uns „Hänsmän“ vom Flugplatz Wyk bereits vor zwei Jahren darüber aufgeklärt hat, dass die Dinger kaum etwas bringen, weil man in der Nordsee erfroren sei, ehe man gerettet würde), starten wir einer nach dem anderen. Zumindest versuchen wir es, denn Andrés steckt zunächst noch in einem Hasenloch fest und muss wieder aussteigen, um die MOYO zu befreien.

Ich instruiere noch meinen Sohn, wie er sich bei einer eventuellen Notwasserung (von der wir natürlich nicht ausgehen) verhalten soll. Dann geht es los.

Tschüss, Baltrum, unser Aufenthalt war kurz, aber schön! Danke für die tolle Zeit!

Tschüss Baltrum – bis zum nächsten Mal!
Insel Langeoog

Die erste Insel, die wir passieren, ist Langeoog. Dieser Insel hat meine Hauptfigur Hanne aus „Und Frösche können fliegen“ einen Besuch abgestattet. Dazu passt doch ein kleiner Textschnipsel aus meinem Roman:

Nach einem kur­zen Tankstopp auf dem Festland flogen wir weiter Richtung Inseln. Ich sah sie schon von Weitem. Das Bild, wie sie sich wie eine Kette an der Küste entlang reihten, war immer wie­der schön und ich konnte mich kaum daran sattsehen. Gerade war Ebbe, und ich versuchte, mich zu orientieren: Wangeroo­ge war die erste Insel, dann kamen Spiekeroog und Langeoog, daneben das kleine Baltrum. Der Flugplatz von Langeoog lag im Westen der Insel, direkt neben der Ortschaft.
Der Wind war hier draußen deutlich stärker als auf dem Festland, was die Landung mit einem Ultraleichtflugzeug umso spannender machte. […]

Mama und Sohn fliegen © Maja Christ
Mein Sohn fliegt das erste Mal mit mir gen Helgoland über die Nordsee.

Zurück zu unserem Ausflug … Wir fliegen zunächst die Inselkette entlang Richtung Osten und steigen langsam auf 5000 ft. Auf Höhe Wangerooge nehmen wir Kurs auf Nord – direkt auf Helgoland zu – und rasten die Frequenz von „Helgoland Info“, um ein wenig mitzuhören.

Es ist spannend und wunderschön, wieder einmal über das offene Meer zu fliegen. Letztes Mal saß ich mit Andrés in der Maschine und er steuerte, dieses Mal bin ich auf mich gestellt.

Flug über die Nordsee © Maja Christ
Spannend: Es geht übers Meer. Andrés fliegt diesmal voraus.
Helgoland ist in Sicht und um uns blaues Meer © Maja Christ
Helgoland ist in Sicht und um uns blaues Meer.

Hätten wir heute auf Helgoland-Düne EDXH landen wollen, wir hätten um diese Zeit (es ist inzwischen etwa 11.30 Uhr) keinen freien Slot mehr bekommen. Die enttäuschten Piloten, die die Insel anfliegen, werden nur noch vertröstet – sie könnten es ja nach der Mittagspause noch einmal versuchen, wenn es wieder freie Abstellflächen gäbe. Ein trauriges „Aber ich habe doch vorher angerufen“ wird nicht akzeptiert.

Helgoland und Düne
Helgoland und Düne – dort sind bereits alle Abstellflächen belegt und wir sind froh, dass wir gar nicht vorhatten, zu landen.

Wir passieren die Insel und nehmen dann Kurs auf Pellworm und das Festland.

Die Nordsee in Richtung Nordfriesland © Maja Christ
Langsam sieht man wieder Festland.

In der Ferne können wir das Festland bereits sehen, zumindest die davor liegenden Inseln: Amrum und Pellworm, vielleicht sogar Sylt. Nach einer knappen Stunde Flugzeit erreichen wir Süderoogsand und dann Pellworm und nehmen Kurs auf Föhr. Auch hier ist einiges los. Dieses Wochenende wäre das Fly-in gewesen und auch wenn es wegen Corona ins Wasser fällt, haben viele Piloten ihren Flug nicht gecancelt. Immer wieder meldet sich neue anfliegende Pilotinnen und Piloten und werden mit einem freundlichen „Moin“ von Hänsmän begrüßt.

Hallig Hooge © Maja Christ
Die Hallig Hooge – hier war ich einmal während einer Klassenfahrt.
Wyk föhraus!

Wyk hat zwei Pisten: 02/20 und 09/27. Heute ist die 20 offen und so müssen wir einmal in die Platzrunde gehen und um den Flugplatz fliegen. Zwar wäre es schön gewesen, direkt anfliegen zu können, doch so kann mein Sohnemann schon einmal einen Blick auf das Gelände werfen. Er hält den Anflug mit seiner Handykamera fest, während ich uns slippend von der Höhe der Aufwinde über den Bäumen befreie. Über die Grasbahn rollen wir zur Abstellfläche, wo bereits eine Handvoll weiterer Flugzeuge mit Zelten steht.

Flugplatz Wyk auf Föhr © Maja Christ
Immer wieder schön hier: Flugplatz Wyk auf Föhr

Nun haben wir Hunger und so statten wir dem Café-Restaurant „Am Flugplatz“ einen Besuch ab. Draußen auf der Terrasse gibt es keinen Schattenplatz mehr, aber im Inneren sind genügend Tische frei. Mit Maske und frisch gewaschenen Händen bahnen wir uns den Weg zu einem großen Tisch, an dem wir nach dem Essen auch gleich die Flugplanung für unseren Rückflug am nächsten Tag machen können.

Restaurant "Am Flugplatz" Wyk © Maja Christ
Das Restaurant „Am Flugplatz“ …
… ist gemütlich und die Bewirtung empfängt uns mit lockerem Witz.
Dreierlei Matjes mit Bratkartoffeln © Maja Christ
Dreierlei Matjes mit Bratkartoffeln

Die Betreiber empfangen ihre neuen Gäste mit ein paar lockeren Sprüchen. Unsere Kinder haben heute keine Lust auf Fisch, doch Andrés und ich wählen erneut Matjes – diesmal in verschiedenen Variationen: natur, geräuchert und in Sherry eingelegt. Was soll ich sagen? Das ist soo lecker!

Nach dem leckeren Essen verabschieden sich unsere Kinder und gehen zu „unseren“ Flugzeugen, um im Schatten unter der Tragfläche ein wenig zu lesen. Ich verstehe gut, dass die Literatur ruft: Beide haben spannende Bücher dabei (den neuen Band von Rick Riordan aus der Reihe „Die Abenteuer des Apollo“ sowie die „Tribute von Panem X“ von Suzanne Collins).

Wir machen uns derweil (mit Flens und Espresso) an die Rückflugplanung. Diesmal benötigen wir wieder drei ICAO-Karten und sind froh, dass der Tisch groß genug ist. Natürlich werden wir bald von einem anderen Piloten angesprochen: „Dafür gibt es doch Apps.“ Ja, das stimmt und ich habe ja auch eine, die ich gerne nutze – vor allem, wenn ich allein unterwegs bin. Doch wir machen unsere Flugplanung stets mit der Karte. Vielleicht sind wir da etwas „old school“, doch die Karte kann erstens nicht ausfallen und zweitens verschafft man sich so einen viel besseren Überblick über die Route.

Flugvorbereitung © Maja Christ
Flugvorbereitung für den den Rückflug – diesmal wird es über Ganderkesee gehen.

Langsam wird es Zeit für mehr Meer. Der Strand ist von hier nur etwa 300 m entfernt. Das ist zwar der Hundestrand und daneben liegt der FKK-Bereich, doch uns stört das nicht. Außerdem ist gerade sowieso Ebbe und so sammeln wir unsere Kinder ein und machen uns auf den Weg zum Watt.

Startende Flugzeuge am Flugplatz Wyk © Maja Christ
Wyk: Hundestrand in Flugplatznähe © Maja Christ
Der (Hunde-)Strand in Flugplatznähe

Wattleben

Am Strand angekommen, krempeln wir uns die Hosenbeine hoch, binden die Schuhe an den Rucksack und unsere Kinder ziehen sich ihre Badehosen an. Es läuft sich angenehm auf dem Wasser-umspülten Schlickboden.

Wat is? Is Watt!

Das ist doch der perfekte Augenblick für einen weiteren passenden Schnipsel aus „Und Frösche können fliegen“:

Ich war ewig nicht im Watt gewesen und so hüpfte ich wie ein kleines Kind durch den Schlick, bis ich plötzlich einen stechenden Schmerz an meinen Fuß spürte.
»Aua«, rief ich. Ich versuchte vergeblich, meinen Fuß aus dem Schlick zu ziehen, doch er steckte fest. »Hilfe, Marcus, ich stecke fest und da tut was voll weh!«
Marcus kam grinsend angestapft, damit ich mich an ihm festhalten konnte. Mit einem schmatzenden Geräusch konnte ich meinen Fuß schließlich befreien. Allerdings zog ich mit ziemlich viel Schwung und in dem Moment, in dem der Fuß frei war, konnte ich mich nicht mehr hal­ten. Ich merkte, wie Marcus ins Wanken geriet und dann lagen wir auch schon übereinander im Watt. Prustend und lachend kämpften wir uns hoch und schauten an uns hin­unter. Natürlich waren wir voll Schlick – an den Hosen, am Rucksack und an den Händen. Sogar im Gesicht hatte ich Matsch. […]
»Was habt ihr denn gemacht?«, rief die Wirtin, als wir wie­der an der Pension ankamen. »Ihr wolltet doch im Watt nur ein wenig spazieren und nicht schwimmen gehen!«

Unsere Kinder sind fasziniert vom Watt …
Wattwanderung © Maja Christ
… und vom vielen Leben darin.

Ich war früher oft am Watt, auch zu Exkursionen während meines Bio-Studiums, aber ich hatte verdrängt, wie viel Leben man am Wattboden entdeckt. Passend zu unserem Ausflug hatte unser Jüngster gerade vor Kurzem in Geo das Thema Watt und klärt uns gleich über die verschiedenen Bodenschichten auf.

Bäumchenröhrenwurm (Baltrum)
Wattwurmhaufen © Maja Christ
Wattwurmhaufen: Man sieht sehr gut die verschiedenen Schichten des Watts (Föhr)
Miesmuschelgespinst © Maja Christ
Miesmuschelgespinst (Baltrum)
Strandkrabbe (Föhr)
Ponywattwanderung
Ponywanderung: Nicht nur wir genießen das Watt …
… sondern auch die Vögel.

Zurück am Flugplatz

Unser Nachtlager vom Radweg aus gesehen

Den restlichen Tag nach der Wattwanderung genießen wir am Flugplatz im Schatten unter den Tragflächen. Die Sonne scheint immer noch kräftig und warm ist es auch. Echtes Sommerferienwetter. Die Krähen krakeelen in den nahegelegenen Bäumen, was das Urlaubsfeeling noch verstärkt. Unser Jüngster bemerkt, dass es fast nach Urwald klingt.

Rechts und links in einigem Abstand sind drei oder vier weitere Flugzeuge mit Zelten, auch eine kleine Familie ist dabei. Es sind allesamt Echo-Maschinen. Teils haben sie Campingstühle dabei, teils sogar Roller. Das können wir mit unseren ULs natürlich nicht. Doch gemütlich haben wir es auch.

Nahezu alle Radfahrer, die am Flugplatz vorbei radeln, recken die Hälse nach den Flugzeugen. Die Reaktionen sind vielfältig – von einem sehnsüchtigen „Schaut mal, die zelten an den Flugzeugen. Wie toll ist das denn!“ bis hin zu einen fast mitleidigen „Die Armen haben wohl kein freies Zimmer mehr bekommen …“ Sie können ja nicht wissen, dass wir gerne zelten und – je nach Mückenaufkommen und Regenwahrscheinlichkeit – sogar unter freiem Sternenhimmel übernachten.

Flugzeug am Flugplatz Wyk © Maja Christ
Flugzeug am Flugplatz Wyk © Maja Christ

Verkorkstes Essen

Irgendwann knurrt allen erneut der Magen und so kochen wir eine Portion Nudeln mit Mais-Thunfisch-Sauce. Doch als das Essen fertig ist und ich probiere, bekomme ich einen kleinen Schock: Es schmeckt bitter – und wie! Der Deckel des Spiritusbrenners unseres guten alten Trangia war anscheinend nicht richtig zugeschraubt und so hat es etwas geleckt – in beide Töpfe. Nudeln und Sauce sind ungenießbar. Wir müssen sie schweren Herzens entsorgen, die Töpfe waschen und eine neue Mahlzeit kochen. Glücklicherweise haben wir ein weiteres Päckchen Nudeln und noch eine kleine Dose Thunfisch dabei. Diesmal schmeckt es nicht mehr so sehr nach Spiritus – auch wenn mein Jüngster sind nun weigert, sein Essen anzurühren. Er ist überzeugt, dass es immer noch bitter schmeckt und bekommt stattdessen etwas Salami.

Während Andrés mit unseren Kindern einen Spaziergang über den Flugplatz macht, organisiere ich mit zwei Edelstahlbechern bewaffnet ein wenig Merlot im Restaurant. Der Betreiber Peter Pickard macht uns einen guten Preis für den „Außerhaus-Wein“.

Im Gras liegend erfreuen wir uns an unserem Gläschen Wein und dem Lichtspektakel des Sonnenunterganges, das das verkorkste Abendessen allemal wieder wettmacht. Immer wenn man denkt, noch fantastischer können die Farben der Wolken nicht mehr werden, legt der Himmel noch einen drauf … Ein schöner Ausklang für diesen Tag.

Abendstimmung am Flugplatz Wyk © Maja Christ
Wunderschöne Wolken …
Abendstimmung am Flugplatz Wyk © Maja Christ
… verschönern uns den letzten Abend unseres Ausflugs.

Tag 4: Rückflug

Der letzte Tag unserer Reise ist angebrochen. Wir kochen wie immer unseren Espresso, doch gerade, als die zweite Kanne kurz vor dem Hochsprudeln des Kaffees ist, geht der Spiritus aus. Das Malheur des Vortages hat unsere Vorräte verbraucht. Dankenswerterweise helfen uns unsere Nachbarn – ein Paar aus Bonn-Hangelar – und stellen unsere Espressokanne kurz auf ihren Kocher. Vielen Dank! Sie werden nicht unsere einzigen Retter in der Not an diesem Tag bleiben …

Beim Kaffeekochen geht uns der letzte Rest Spiritus aus.

Wie jeden Morgen dauert es, bis unsere Kinder bereit sind, aus ihren Schlafsäcken zu krabbeln. Kurz nach 9 Uhr haben wir es geschafft, sie zum Aufstehen zu bewegen und gemeinsam machen wir uns auf den Weg zum Frühstücken in den Ort. Am Tower bezahle ich noch unsere Abstell- und Landegebühren.

Unser Ziel ist die kleine Bäckerei mit dem Lädchen, bei der wir bereits vor zwei Jahren gefrühstückt haben, doch ich habe den falschen Bäcker anvisiert. Der Weg die Strandstraße entlang kommt uns gar nicht bekannt vor und nun wissen wir auch, warum. Der Bäcker Hansen ist sicher auch nicht schlecht, doch nicht das, was wir gesucht haben. Wir wollten ins „Stöberstübchen“, wie ich nun meinem Handy entnehme. Also laufen wir die 500 m zurück zur Gmelinstraße. Von der Ecke „Am Golfplatz“, an der wir falsch abgebogen sind, sind es nur noch 300 m.

Als wir vor dem Stöberstübchen stehen, erkennen wir es gleich wieder, suchen uns einen gemütlichen Platz auf der Terrasse und ich bestelle uns ein leckeres Frühstück. Leider muss ich erfahren, dass die Franzbrötchen schon aus sind. Dabei hatten wir uns so darauf gefreut. Auf Baltrum hatten wir schon keine bekommen. Dann ein andermal.

Ein gemütlicher Ort zum Frühstücken und Stöbern: das Stöberstübchen

Von Wyk auf Föhr EDXY nach Ganderkesee EDWQ

Nach dem Frühstück packen wir unsere Siebensachen in die Flugzeuge und starten – diesmal über die 09. Wir verabschieden uns per Funk vom Flugleiter „Hänsmän“ Jacobsen und danken für die schöne Zeit. Dann geht es über das Meer Richtung Bremerhaven und weiter nach Ganderkesee zum Tanken.

Heute ist das Wetter längst nicht so gut wie in den letzten beiden Tagen. Man kann zwar weit gucken, doch berauschend ist die Sicht auch nicht. Für einen kurzen Moment sieht ein Ozeanriese auf dem Meer wie ein kreuzendes Flugzeug aus. Immerhin kann man bereits früh Neuwerk anpeilen, das in der Ferne gut zu erkennen ist.

St. Peter-Ording
St. Peter-Ording

Wir passieren St. Peter-Ording und Cuxhaven, dann entdecke ich den kleinen Heimatort meiner Mutter: Dorum.

Dorum © Maja Christ
Dorum: Hier ist meine Mutter aufgewachsen.
Der Bremerhavener Hafen
Bremerhaven und Wesermündung © Maja Christ
Wesermündung mit Bremerhaven
Die Wesermündung und im Hintergrund der Jadebusen © Maja Christ
Die Wesermündung und im Hintergrund der Jadebusen

Über Bremerhaven regnet es ein wenig, doch es sind nur ein paar Tropfen. In der Mitte Deutschlands soll ein größeres Regenband durchziehen und auch vereinzelte Gewitter sind vorhergesagt. Wir werden in Ganderkesee das Wetter noch einmal überprüfen müssen.

Gestrandet in Ganderkesee EDWQ?

Nach gut anderthalb Stunden – 10 bis 15 kt Gegenwind bremsen uns etwas aus – erreichen wir Ganderkesee. Ich lande als erste, rolle gleich zur Tankstelle am Ende der Bahn und steige aus. Etwas wundere ich mich schon, dass Andrés mir mit der MOYO nicht folgt. Er muss doch mitbekommen haben, dass die Tankstelle nicht am Turm, sondern am östlichen Ende des Platzes ist. Mein Sohn läuft zu ihm und kommt kurze Zeit später zurück, um mir zu erzählen was passiert ist. Bei der Landung hat sich der linke Reifen verabschiedet! Ach herrje, denke ich, tanke erst einmal und schiebe dann die MASN zu meinem Mann. Er begrüßt mich und erzählt mir genauer von dem Malheur.

Die MOYO steht etwas schief.
Wir warten auf Hilfe und beobachten den Segelflugstart am Flugplatz Ganderkesee.

Und nun? Ein Reserverad haben wir dabei, wir müssen es also „nur“ wechseln.

Einer der Segelflieger vom Platz kommt vorbei – über Funk hat man mitbekommen, was passiert ist. Er verspricht, Hilfe zu holen.

Kurz darauf erscheint unser Retter in der Not. Er heißt Bernd und hat einen großen Werkzeugkoffer und einen Holzklotz dabei. Gemeinsam mit Andrés schraubt er das kaputte Rad ab. Wir sind zuversichtlich, dass das Ganze nicht allzu lange dauern wird und schicken unsere Kinder ins Flugplatzrestaurant, damit sie Mittagessen können. Dass sie hier über zwei Stunden verbringen werden, wissen sie noch nicht.

Reifenwechsel am Flugplatz Ganderkesee © Maja Christ
Andrés und Bernd vom Flugplatz Ganderkesee versuchen, den Reifen der MOYO zu wechseln.
Reifenpanne © Maja Christ

Bernd hat – im Gegensatz zu uns – Erfahrung im Radwechseln bei Flugzeugen. Das Reserverad hat allerdings keine Scheibe montiert und bei dem Versuch, die alte Scheibe zu montieren, trennen sich die beiden Seiten der Felge. Als ob das nicht ärgerlich genug wäre, fällt gleich noch eine Mutter ins Rad hinein. Sie scheint sich im Inneren sehr wohl zu fühlen, denn rauskommen will sie nun partout nicht mehr. Es hilft nichts, die Decke muss vom Rad. Andrés folgt Bernd, der in einer der Hallen glücklicherweise eine Vorrichtung hat, um Decke und Felge zu trennen und wieder zusammenzubauen.

Ich schaue in der Zeit nach unseren Kindern, die sich ein Schnitzel und Kiba bestellt haben. Ihnen geht es gut. Außerdem telefoniere und texte ich mit Günter von easy-bird und Andreas von der ASW sowie mit meiner Mutter. Als es kurzzeitig anfängt zu regnen, hechte ich telefonierend zurück zum Flugzeug, um die Gepäckraumklappe zu schließen. Es muss ja nicht gerade ins Flugzeug regnen.

In der Zeit kommen die beiden Herren mit dem Rad zurück. Die Freude, dass es nun bald weitergehen könnte, hält nur jedoch kurz an, denn nun müssen wir feststellen, dass die Felge gar nicht passt. Wir hatten anscheinend ein Bugrad dabei – in 5 Zoll hätte uns das allerdings für die MOYO gar nichts genützt, denn die hat ein 4-Zoll-Bugrad. Inzwischen muss auch unser Retter in der Not ein wenig fluchen. Es hilft nichts: Sie müssen die neue Decke auf die alte Felge bringen.

Reifenwechsel C42 © Maja Christ
Zum Glück ist das Flugzeug leicht.

Irgendwann haben sie es geschafft – die Moyo steht wieder eigenständig und gerade auf drei funktionsfähigen Rädern. Eine Spende für die Vereinskasse lehnt unser Helfer ab und so bleibt es dabei, dass wir gar nicht wissen, wie wir ihm danken können. Außer natürlich, danke zu sagen!

Ich habe in der Zwischenzeit das Wetterradar noch einmal überprüft und stelle fest, dass wir durchkommen sollten. Falls nicht, werden wir schon einen Ausweichflugplatz finden. Bernd verabschiedet sich in seinen Feierabend und wünscht uns viel Erfolg für die weitere Reise.

Es wird Zeit, dass wir weiterkommen. Inzwischen ist es 15.30 Uhr und wir haben noch drei Stunden Flug vor uns – keine weiteren unerwarteten Unterbrechungen vorausgesetzt. Wir tanken die MOYO, schauen noch einmal aufs Wetter, zahlen unsere Lande- und Tankgebühren und laden unsere Kinder ein.

Weiter nach Worms EDFV

Nun fliegt Andrés wieder voraus und unser Weiterflug entpuppt sich trotz diesiger Sicht als relativ unspektakulär. Wir fliegen vorbei am Dümmer, über den Teutoburger Wald, passieren Lippstadt und Siegen und schließlich das Rothaargebirge.

Der Dümmer bei Diepholz

Eine gute Nachricht erhalten wir auf dem Weg: Wir können die MOYO in Worms lassen und müssen sie nicht noch am Abend nach Mosbach zurückbringen. Das wird uns anderthalb Stunden Zeit sparen.

Auf der Quasselfrequenz, die wir gerastet haben, quatschen zwei Piloten munter miteinander. Der Platz, den sie anfliegen wollten, ist anscheinend Corona-bedingt geschlossen und so suchen sie gemeinsam nach einer Alternative. Wir hören, dass sie um den Laacher See kreisen – zumindest einer von ihnen. Als ich Andrés anfunke, sind sie kurz irritiert, weil sie wohl dachten, allein auf der Frequenz zu sein. Ich drücke kurzerhand auf den Funkknopf, grüße sie und erwidere, sie sollen sich von uns nicht stören lassen …

Je weiter wir gen Süden kommen, desto besser wird die Sicht und desto weniger Wolken gibt es. Dafür wird es thermischer. Glücklicherweise ist mein Copilot inzwischen eingeschlafen.

Fliegen mit Frosch Fritz © Maja Christ
Je weiter wir nach Süden kommen, desto besser wird das Wetter.

Dann ist Worms in Sicht und wir nehmen – einer nach dem anderen – Kurs auf die Platzrunde zur 24. Kurz vor 19 Uhr können wir den MASN und die MOYO vor der Halle der ASW abstellen. Petra und Andreas sind noch da und während wir die Flugzeuge ausräumen, erzählen wir bereits aufgeregt von unseren Erlebnissen.

Pilot Fritz ist auch müde und freut sich über sein alkoholfreies Weizen.

Andrés holt sich von Andreas weitere Tipps zum Fahrwerk unserer Schneewittchen und wir trinken noch ein alkoholfreies Weizen zum Abschluss. Die Kinder erfreuen sich an einer Apfelschorle, dann kommt unser Gepäck ins Auto. Die Rückfahrt wird uns immerhin noch über anderthalb Stunden Fahrt kosten.

Nach einem Flug, bei dem man innerhalb von drei Stunden vielleicht an zwei anderen Flugzeugen vorbeigekommen ist, ist eine Autofahrt immer erst einmal wieder komisch – sind doch überall um einen herum ’zig andere Fahrzeuge. Glücklicherweise nicht über uns, obwohl das sogar fast passiert wäre: In der Nähe von Sinsheim steigen die Fahrer vor uns plötzlich in die Eisen, denn zwei Wagen vor uns steht kurzzeitig ein Wohnwagengespann quer auf der Autobahn. Der Fahrer kann das Gespann jedoch relativ schnell wieder unter Kontrolle bringen und alle Autofahrer hatten (ausnahmsweise) genügend Sicherheitsabstand eingehalten, um rechtzeitig bremsen zu können. So knallt es glücklicherweise nicht, die Familie mit dem Wohnwagen hält am Seitenstreifen und alle kommen mit dem Schrecken davon …

Wieder daheim

Müde aber glücklich erreichen wir gegen 22 Uhr unser Zuhause in Stuttgart – voller neuer Erfahrungen, schöner Erinnerungen an unseren Ausflug und mit etwas Farbe im Gesicht von der Sonne an der Nordsee.

Wir haben in den letzten Tagen viele interessante Menschen kennengelernt. Auch unsere Jungs haben die wenigen Tage an der Nordsee sehr genossen. Zwar meint mein „Großer“, Föhr sei (im Gegensatz zu Baltrum) gar keine richtige Insel, weil man irgendwie das Gefühl hätte, am Festland zu sein. Aber toll fand er es dort auch – vor allem im Watt. Es wird sicher nicht die letzte Insel sein, die wir gemeinsam anfliegen werden. Da gibt es schließlich noch einige, die einen Flugplatz haben …

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