Inselhopping: Nach Föhr und Borkum über Helgoland

Einmal zu den ostfriesischen Inseln fliegen. Inselhopping mit einer C42. Das hatten wir uns für dieses Jahr noch fest vorgenommen. Erst sah es fast so aus, dass wir nicht mehr schaffen, aber man soll die Hoffnung ja nie aufgeben, oder?

Fliegen mit Freunden

Wohin wir am ersten Septemberwochenende mit Michael Steffens und Susanne Henkel fliegen wollen, steht lange nicht fest. Je nach Wetterlage entweder gen Süden Richtung Österreich oder gen Norden Richtung Nordfriesland. Leider haben unsere Jungs an dem Wochenende eine Ferienaktion und können nicht mitkommen. Doch mein Bruder übernimmt kurzerhand die Betreuung.

Wir chartern schon mal die MESY, weil die ein „ELT“ hat. Für den Einflug nach Österreich ist das Pflicht. Und bei einem Flug über das Meer schadet so eine Notfunkbake auch nicht. Michael und Susanne chartern sich “ihre” Cessna 172 auf der Hahnweide.

Die Planung

Die ganze Woche checken wir immer wieder die Wettervorhersage. Bald wird klar, dass an unserem Wochenende der Süden dicht sein wird. Kein Problem – der Norden wird schönes Wetter haben. Also visieren wir Wyk auf Föhr als Ziel an. Und weil wir ja eigentlich für dieses Jahr die ostfriesischen Inseln als Ziel ins Auge gefasst hatten und sicher nicht zweimal so weit in den Norden fliegen werden, wollen wir eine Zwischenlandung auf Borkum machen. Der Weg wird uns direkt über das Meer über Helgoland führen und dann entlang der ostfriesischen Inselkette.

Flugvorbereitung © Christ/Chavarria
Flugvorbereitung von Baden-Württemberg nach Nordfriesland

Um die gesamte Route einzeichnen zu können, müssen wir das erste Mal drei ICAO-Karten aneinanderkleben. Es gilt nun, Tankstopps und Pilotenwechsel einzuplanen. Doch wo wollen wir zwischenlanden? Die einzelnen Etappen sollen ja gerecht verteilt sein. Wir möchten beide mal auf einer Insel landen.

Für den Hinweg entscheiden wir uns für einen Pilotenwechsel in Höxter-Holzminden EDVI, von Mosbach EDGM in knapp unter zwei Stunden zu erreichen, wenn man keinen Gegenwind hat. In Höxter möchte ich gerne landen. Ist schließlich meine alte Heimat. Der zweite Wechsel und Tankstopp wird in Heide-Büsum EDXB sein. Die letzte halbe Stunde nach Wyk EDXY werde ich wieder übernehmen.

Zurück soll es dann über Helgoland (ohne Landung) Richtung Langeoog zur Landung auf Borkum EDWR gehen. Tankstopp in Leer-Papenburg EDWF, Pilotenwechsel in Gießen-Lützellinden EDFL.

Insgesamt 1280 Kilometer. Etwas mehr als 8 Stunden Flugzeit hin und zurück.

Auf nach Mosbach-Lohrbach

Am Samstagmorgen machen wir uns mit dem Auto auf den Weg nach Mosbach. Kurz vor Erreichen des Platzes erfahren wir, dass nur eine Schwimmweste bereitliegt. Die anderen sind nicht auffindbar. Auf die Schnelle bekommen wir auch keinen Ersatz über einen anderen Piloten in Mosbach. Oha

Wir telefonieren mit dem Flugleiter von Wyk und fragen an, ob wir uns vor Ort eine Weste für den Überflug über das Meer leihen können. Die müssten wir allerdings per Post zurückschicken, weil wir nach dem Trip über die Nordsee nicht nach Föhr zurückkommen wollten. „Das kriegen wir hin.“ Aufatmen

Wir haben noch nicht die MESY aus der Halle gezogen, da landen auch schon Michael und Susanne mit einer roten Cessna 172.

Mosbach-Lohrbach EDGM © Christ/Chavarria
Michael und Susanne im Anflug auf Mosbach-Lohrbach (Wer den Flieger entdeckt hat, ruft einmal laut: „Da isser!“)

Wir begrüßen uns und machen uns daran, auch bald in die Luft zu kommen: Flieger aus der Halle holen, checken, Gepäck verstauen (Espressokanne ist dabei!), tanken, los geht’s!

Erste Etappe: von Mosbach-Lohrbach EDGM nach Höxter-Holzminden EDVI

Wir starten kurz hintereinander und fliegen eine Weile gemeinsam, bis jeder seinen eigenen Kurs nach Höxter aufnimmt. Michael steigt über die Wolken und fliegt weiter östlich um die Frankfurter Kontrollzone, wir bleiben etwas tiefer und fliegen direkt.

Cessna 172 © Christ/Chavarria
Die Cessna fliegt eine Weile neben uns

Die Sichten sind fantastisch. Die Thermik ebenfalls – dementsprechend anstrengend das Halten des Kurses. Navi ist wie immer tabu – Andrés navigiert, während ich mich auf das Fliegen konzentrieren kann.

Beim Fluginformationsdienst FIS – Langen Information – ist es noch recht ruhig an diesem Morgen. Später in Bremen wird sich das ändern.

C42 in der Luft © Susanne Henkel
Wir in der MESY. Vielen Dank für das Bild! © Susanne Henkel
Flugplatz Mainbullau © Christ/Chavarria
Flugplatz Mainbullau

Wir passieren Mainbullau und Aschaffenburg, später Fritzlar und Kassel-Calden. Der Gegenwind ist kräftig und verlängert unseren Weg nach Höxter um eine gute Viertelstunde.

Dann ist der Räuschenberg in Sicht mitsamt dem Flugplatz. Keine zehn Minuten nach der Cessna landen wir an meinem alten Heimatflugplatz. Hier habe ich einen Großteil meiner Jugend verbracht und Segelfliegen gelernt.

Räuschenberg © Christ/Chavarría
Pilotenwechsel am Räuschenberg

Wir trinken einen Espresso, tanken eine kleine Notreserve und begrüßen Nico vom Luftsport Höxter e.V., der gerade von einem Inseltrip zurückkommt.

Andrés nimmt auf dem Pilotensitz Platz und startet.

Zweite Etappe: von Höxter-Holzminden nach Heide-Büsum EDXB

Während Andrés Kurs Richtung Norden nimmt, übernehme ich die Aufgaben der Navigation, Kameraführung und FIS-Kommunikation. Michael meldet sich vor uns bei FIS und bekommt gleich die Information, ob er den Flieger unter sich schon bemerkt hätte. Klar, mit dem fliegt er zusammen. 🙂 Schnell melde ich mich auch bei Bremen Information an und erhalte einen Transponder-Code zugewiesen. Moin 🙂

Weserbergland © Christ/Chavarría
Das Weserbergland mit Stahle und Holzminden im Hintergrund

Es dauert nicht lange, dann sehen wir schon das Steinhuder Meer. Der Luftraum ist offen und wir freuen uns, dass wir direkt darüber fliegen können.

Steinhuder Meer © Christ/Chavarria
Das Steinhuder Meer

Während Michael wieder höher gestiegen und bald außer Sicht ist, fliegen wir weiter gemütlich unter den Wolken. Ab und zu sehen wir einen Flieger, aber dafür, dass auf der Frequenz von Bremen Information Hochbetrieb herrscht, ist der Luftraum um uns herum sehr ruhig.

Anscheinend wollen alle dieses Wochenende noch einmal zur Küste fliegen. Der FIS-Loste, der den Verkehr im gesamten Küstenbereich überwachen soll, ist heute allein und dementsprechend gut ausgelastet. Verkehrsinformationen gibt es nur noch eingeschränkt.

Hut ab, Leute, ihr macht einen tollen Job! Danke dafür!

Friesland © Christ/Chavarria
Die Küste ist in Sicht. Mann, ist das grün hier im Norden.
Überflug Elbe © Christ/Chavarria
Überflug der Elbemündung

Auf der Elbe schippern die Hochseeschiffe neben einigen Kuttern. Wir schauen und staunen und freuen uns über die tollen Sichten. Bald verabschieden wir uns von FIS und melden uns in Heide-Büsum zur Landung.

Wir sind nur einer von vielen, der an diesem Spätnachmittag noch einen Tankstopp auf dem Festland einlegen möchte. Michael kann mit der Cessna sofort Avgas tanken und ist bereits fertig, als wir aus der MESY krabbeln. Beim Mogas sind allerdings mindestens sieben weitere Flieger vor uns in der Schlange. Eine gute halbe Stunde kann das dauern. Als ein Flugzeug später der Tank leer ist und erst einmal neuer Sprit geholt werden muss („Dauert bloß ’ne halbe Stunde“), beschließen wir, in den sauren Apfel zu beißen und auch Avgas zu tanken. Schließlich wollen wir auf Föhr noch einmal in die Nordsee hüpfen und etwas Warmes zu essen bekommen.

Dritte Etappe: von Heide-Büsum EDXB nach Wyk auf Föhr EDXY

ICAO-Karte mit Route über die Nordsee © Christ/Chavarria
Unsere Route über die Nordsee

Nachdem ich unsere Tankrechnung gezahlt habe, können wir früher als zunächst erwartet weiterfliegen. Ich übernehme wieder den Pilotenjob, Andrés nimmt auf dem Copilotensitz Platz. Auf geht’s.

In der Ferne am Horizont erblicken wir Helgoland. Ist ja gar nicht so weit weg, die Insel. Da wollen wir morgen drüberfliegen.

Vorbei an St. Peter Ording, über Pellworm (wer findet zuerst die Graspiste?) und die Hallig Langeneß führt uns der Flug. Es ist wunderschön (Hatte ich das schon erwähnt?). Inzwischen ist die Luft ruhig geworden.

Pellworm © Christ/Chavarria
Wir erreichen Pellworm
C42 über dem Meer © Christ/Chavarria
Abendstimmung über dem Meer

Auf Höhe der Hallig Hooge rufen wir Wyk auf Föhr und werden freudig begrüßt: „Moin! Die MESY ist auch da! Wie schön. Ihr kommt dann auch mal über die 27 rein.“ Moin, alles klar, machen wir gerne.

Ich lande die MESY auf der Graspiste des Flugplatzes und rolle zu „unserer“ Cessna, die bereits mit Michael und Susanne auf uns wartet.

Flugplatz Wyk auf Föhr © Christ/Chavarria
Am Flugplatz Wyk auf Föhr ist es ruhig an diesem Abend

Wir begrüßen den Flugleiter und lassen uns gleich die „geilsten Restaurants“ fürs Abendessen und die besten Möglichkeiten fürs Frühstück auf einem Inselplan markieren.

Warme Küche gibt’s nur bis 20 Uhr, maximal 20:30 Uhr. Und vor dem Essen will Michael unbedingt zum Strand. Also schlagen wir schleunigst unsere Nachtlager auf – Michael und Susanne ihr Zelt, wir unser Tarp.

Übernachtung in Wyk auf Föhr

Flugplatz-Nachlager © Christ/Chavarria
Unser Nachtlager

Der Flugleiter hat uns auch gleich den Weg zum Strand und zu den Klohäuschen erklärt. So machen wir uns gegen 19 Uhr auf den Weg. Wir haben Glück – es ist noch Flut und wir können ein wenig baden. Michael stapft freudig ins Wasser. Ja, das Wattenmeer ist flach. Nach 50 bis 100 Metern reicht ihm das Wasser noch nicht einmal bis zu den Knien. Egal. Wir stapfen hinterher und werfen uns einfach irgendwann ins Wasser. Einmal untertauchen muss sein. Außerdem ist die Wassertemperatur sehr angenehm.

Hundestrand Wyk © Christ/Chavarria
Abendstimmung am Strand

Nachdem wir uns abgetrocknet und wieder angezogen haben, machen wir uns auf den Weg – die Strandpromenade entlang – zum „Walfisch“. So weit wird der Weg ja schon nicht sein, denken wir. Aber wenn ich mich richtig erinnere, sind die Wege auf den Inseln immer weit.

Haus Langeneß auf Föhr © Christ/Chavarria
Idyllisches Domizil am Strand

Wir laufen und laufen und wundern uns, wie lang so eine Strandpromenade sein kann. Langsam merken wir auch, wie hungrig wir sind. Eine Waffel zum Frühstück, ein Müsliriegel, zwei Salamisticks und ein kleiner Keks zum Kaffee in Höxter für einen ganzen Flugtag sind nicht viel.

Es ist schon kurz nach acht, als wir den Walfisch erreichen. „Nein, tut uns leid, wir sind komplett voll, da müssen Sie sich leider ein anderes Restaurant suchen.“ Argh. Also auf zur zweiten Empfehlung des Wyker Flugleiters: „Klatt’s Gute Stuben“. Hier haben wir Glück, nach 10 Minuten wird ein Tisch frei und wir können uns kaum entscheiden, was wir essen sollen. Alles sieht lecker aus! Und das ist es auch. Yummy  Wenn ihr mal nach Wyk auf Föhr kommt: in der Mühlenstraße.

Klatt's Gute Stuben © Christ/Chavarria
Klatt’s Gute Stuben haben uns ein leckeres Abendessen beschert

Mit vollem Magen treten wir den Heimweg zum Flugplatz an. Während Michael und Susanne in ihr Zelt krabbeln, machen Andrés und ich noch einen Spaziergang zum Strand. Inzwischen ist Ebbe und auf einer Bank sitzend beobachten wir die Milchstraße und die ISS und zählen Sternschnuppen. Mal sehen, ob unsere Wünsche in Erfüllung gehen. 🙂

Dann machen auch wir uns auf den Weg zu unserem Nachtlager. Inzwischen ist es feucht geworden. Sehr feucht. Das Wasser kondensiert auf der Unterseite unseres Tarps und am Flugzeug und tropft die Nacht über in regelmäßigen Abständen auf unsere Köpfe. Ich versuche, es weitestgehend zu ignorieren.

Morgenstimmung am Flugplatz Wyk © Christ/Chavarria
Morgenstimmung am Flugplatz Wyk

Am nächsten Morgen wecken uns die Krähen, die sich um die besten Plätze auf dem Flugfeld streiten. Wir wollen sowieso früh aufstehen – schließlich haben wir eine weite Rückreise vor uns. Ich werde nur langsam wach und freue mich riesig über eine erste Tasse Espresso.

Verschlafene Pilotin © Christ/Chavarria
Ich bin noch etwas verschlafen
C42-Nachtlager © Christ/Chavarria
Die C42 eignet sich bestens als Nachtlager
C42-Nachtlager © Christ/Chavarria
Der erste Kaffee ist fertig

Als nächstes müssen wir unsere Schlafsäcke, Isomatten und das Tarp einigermaßen trocken kriegen. Nach zwei Tassen Espresso fühle ich mich langsam wacher. Susanne und Michael sind auch schon wach und gemeinsam machen wir uns wieder auf den Weg ins Dorf, um zu frühstücken.

Es gibt direkt in Flugplatznähe einen Bäckerwagen und zwei Bäckereien in anderthalb Kilometer Entfernung. Ein freundlicher Inselbewohner dreht extra wieder um und kommt auf seinem Fahrrad zurückgeradelt, weil er uns an einer Weggabelung mit der Karte in der Hand gesehen hatte. Er zeigt uns den Weg. Und dann entdecken wir auch schon die Bäckerei mitsamt unserem Flugleiter. Er frühstückt auch gerade und freut sich, dass wir seiner Empfehlung gefolgt sind.

Wir frühstücken Franzbrötchen und belegte Brötchen und dazu einen weiteren Espresso. Und kaufen gleich noch eine Tüte voll mit Franzbrötchen als Mitbringsel für meinen Bruder und unsere Kinder.

Schwimmwestentest © Christ/Chavarria
Die neue Damenkollektion: schicke Schwimmwesten für die Pilotin von Welt

Zurück am Flugplatz sucht Hans-Werner Jacobsen, der Flugleiter, eine Schwimmweste für mich raus und kümmert sich um unseren Flugplan.

Es wird Zeit, das restliche Gepäck in den Fliegern zu verstauen und die Weiterreise anzutreten. Im Süden soll das Wetter deutlich schlechter sein als hier oben und wir wollen ungern irgendwo stranden.

Start am Flugplatz Wyk © Christ/Chavarria
Wir starten auf Föhr über die 20

Vierte Etappe: von Wyk über Helgoland nach Borkum EDWR

Abflug Föhr © Christ/Chavarria
Tschüss, Föhr! Wir kommen mal wieder 🙂

Andrés startet auf der Querbahn und nimmt Kurs auf Helgoland. Man sieht die Insel bereits in der Ferne. Steuerbord liegt Amrum.

Schon am Vortag ging mir die Helgoland-Ballade von Fredrik Vahle nicht aus dem Ohr. Und auch jetzt schwirrt mir der Refrain wieder im Kopf herum.

„Weit weg von der Küste im stürmischen Meer,
Rote Felsen im Himmelsblau.
Da hinten die Insel ist Helgoland,
Über Backbord, ich seh sie genau.“

* Fredrik Vahle, Helgoland-Ballade, Album: „Der Friedensmaler – Lustige und nachdenkliche Lieder vom Angsthaben und Mutmachen“

Helgoland aus der Luft © Christ/Chavarria

Stürmisch ist es glücklicherweise nicht und die Insel liegt eher auf Steuerbord, aber das sind ja Feinheiten. 🙂 Wir kreisen einmal um die Inselgruppe und bewundern die Lange Anna.

Helgoland-Düne © Christ/Chavarria
Helgoland-Düne mit dem Flugplatz EDXH
Helgoland © Christ/Chavarria
Die Buntsandsteinfelsen von Helgoland sind auch aus der Luft imposant

Unglaublich, wie gut man die Felsen unter dem Meeresspiegel sehen kann. Nach dem Vollkreis in 5000 Fuß über der Inselgruppe geht Andrés wieder auf Kurs, jetzt Richtung Langeoog. Wir wollen die ostfriesischen Inseln entlang fliegen.

FIS Bremen ist komplett überlastet. Verkehrsinformationen gibt es auch heute nicht oder nur vereinzelt. Der halbe Ruhrpott und auch alle anderen wollen das tolle Wetter im Norden noch einmal nutzen, um auf die Inseln zu fliegen. Kann ich verstehen

Norderney und Juist © Christ/Chavarria
Norderney und Juist – Wir passieren die ostfriesischen Inseln

Vorbei an Langeoog, Baltrum, Norderney und Juist erreichen wir keine Stunde nach dem Start auf Föhr Borkum.

Borkum © Christ/Chavarria
Anflug auf Borkum
Borkum © Christ/Chavarria
Wunderschöner Sandstrand
Borkum EDWR © Christ/Chavarria
Kurze Pause auf Borkum EDWR

Der Flugplan wird geschlossen, die Landegebühren hat Michael bereits bezahlt. Leider ist der Kiosk nicht besetzt, sodass wir uns kein letztes Insel-Eis gönnen können. Also verabschieden wir uns von Susanne und Michael. Die beiden wollen noch ein wenig Zeit auf der Nordseeinsel verbringen und auf dem Rückweg einen anderen Kurs einschlagen als wir.

Fünfte Etappe: von Borkum nach Leer-Papenburg EDWF

Ems bei Leer © Christ/Chavarria
Die Ems bei Leer
Anflug Leer-Papenburg © Christ/Chavarria
Anflug Leer-Papenburg

Unser nächstes Ziel ist Leer-Papenburg, ein viel angeflogener Platz für Inselhoppende. Wer tankt, zahlt nicht einmal Landegebühren. Auch wir nutzen die Gelegenheit, unseren Sprit aufzufüllen und eine kurze Pause zu machen. Vor allem noch einmal das Wetter checken. Im Süden sieht es tatsächlich nicht gut aus. Aber bislang sagt die Vorhersage, dass wir bis Mosbach durchkommen sollten.

C42 © Christ/Chavarria
Kurze Verschnaufpause am Flugplatz Leer-Papenburg

Sechste Etappe: von Leer-Papenburg nach Gießen-Lützellinden EDFL

Die vorletzte Etappe mit etwas über zwei Stunden Flugzeit übernehme ich wieder. Das nächste Ziel ist Gießen-Lützellinden.

Der Wind ist auch heute stark und wir müssen ordentlich vorhalten, um auf unserem Kurs zu bleiben. Hinter Osnabrück ändert sich das Wetter langsam. Die Wolken werden immer dichter und bald fliegen wir unter einer geschlossenen Wolkendecke.

Rothaargebirge © Christ/Chavarria
Wettergrenze – über dem Rothaargebirge wird die Wolkendecke dichter

Ohne besondere Vorkommnisse erreichen wir Gießen-Lützellinden. Es ist kühl hier und windig. Die Flugplatzmannschaft genießt Zwetschgenkuchen auf dem Turm und freut sich über unsere Ankunft. Anscheinend sind in dieser Gegend heute längst nicht so viele Piloten unterwegs wie im Norden.

Für eine kurze Verschnaufpause gönnen wir uns einen heißen Kakao im Flugplatzrestaurant. Nochmals Wettercheck. Ein paar Regenfelder, tiefe Wolkendecke, aber nichts Ernstes. Sollte passen.

Siebte Etappe: von Lützellinden nach Mosbach

Wir wollen die Frankfurter Kontrollzone im Osten umfliegen. In 1500 Fuß fliegen wir unterm Anflugsektor vorbei an Offenbach – mit Blick auf die Skyline der Frankfurter City und den Flughafen in der Ferne. FIS hat uns genau im Blick, warnt uns vor kreuzendem Verkehr und weist uns auf die Nähe der Frankfurter Kontrollzone hin. Vielen Dank, ist in Sicht und keine Sorge: Wir haben nicht vor, in die Kontrollzone zu fliegen.

Die Wolken hängen zwar tief, aber nicht zu tief – alles bestens. Vorbei an Michelstadt und dem Katzenbuckel sind bald die Hallen von Mosbach-Lohrbach EDGM in Sicht. Auf zur Abschlusslandung.

Letzte Etappe: Rückfahrt nach Stuttgart

Autobahn im Regen © Christ/Chavarria
Was für ein Kontrastprogramm: volle Autobahn und Platzregen

Gepäck aus dem Flieger holen, Flugzeug putzen und in die Halle räumen, dann machen wir uns schleunigst auf den Weg nach Hause. 20 Kilometer vor Stuttgart setzt heftiger Regen ein, die Autobahn ist voller Autos, die Fahrer passen kaum ihre Geschwindigkeit an. Was für ein Wechsel!

Susanne und Michael sind heute nicht mehr zu ihrem Heimatplatz durchgekommen. Die Cessna steht die Nacht über in Speyer. Erst am Montagnachmittag kann Michael sie überführen. Aber genossen haben wir alle diesen Ausflug.

Das Video zum Trip

Andrés hat ein sehr schönes Video zu unserem Trip zusammmengeschnitten. Schaut doch mal rein.

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2 Kommentare zu „Inselhopping: Nach Föhr und Borkum über Helgoland

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