Familien-Aus-Flug: Einmal Pommes und zurück

Okay, ich gebe zu: Ein Familienausflug zum Mittagessen klingt im ersten Augenblick nicht so spannend. Auch wenn es für manche Kinder sicher etwas Besonderes ist, Essen zu gehen – selbst wenn es nur Pommes frites sind. Dieser Ausflug im letzten Jahr war allerdings unser erster Trip mit der gesamten Familie mit zwei Ultraleichtflugzeugen. Das macht man auch nicht jeden Tag.

Es ist Anfang Mai. Wir möchten endlich einmal mit der ganzen Familie einen Aus-FLUG machen. Jeder mit einem Kind in einer C42. Auf dem Rückflug können die Kinder ihre Piloten wechseln. Das Schöne ist, dass nahezu jeder Flugplatz über ein kleines Restaurant verfügt. Erste Überlegungen: Kuchen am Flugplatz Mosbach-Lohrbach oder Hamburger am Flugplatz Aschaffenburg? Letztendlich fällt die Wahl auf Walldürn EDEW. Ein nettes Ziel mit Flug über den Odenwald.

„Ich bleibe doch lieber zu Hause“

Am Morgen machen wir uns zunächst mit dem Auto auf den Weg nach Worms. Wir haben dort zwei Ultraleichtflugzeuge gechartert, eine C42 für Andrés, eine für mich. Zunächst müssen wir beide allerdings noch unsere Checkflüge machen: drei Platzrunden mit Fluglehrer.

Es wird etwas hektisch, weil wir natürlich wieder einmal später aufgebrochen sind als geplant („Mama, ich bleibe doch lieber hier. Die Fahrt ist so lang. Und ich will nicht, dass mir im Flugzeug schlecht wird.“). Wir lassen all unsere Überzeugungskünste spielen und am Ende sitzen wir tatsächlich zu viert im Auto. Zum Glück ermöglichen es uns unsere Fluglehrer trotz der Verspätung, schnell unsere drei Platzrunden mit ihnen zu drehen (danke übrigens!).

Walldürn EDEW – perfekt für einen kleinen Imbiss

Dann können endlich auch die Kinder einsteigen. Andrés macht sich mit unserem „Großen“ fertig. Er ist neun Jahre alt. Ich schnappe mir seinen zwei Jahre jüngeren Bruder. Aufgeregt sind die Kinder. Und sie haben immer noch Bedenken, dass ihnen schlecht werden könnte. Also gibt es erst einmal eine Runde Kaugummi. Ich starte als Erste und nehme Kurs Richtung Odenwald. Andrés folgt mir. Irgendwann lasse ich ihn vorfliegen. Damit wir uns unterhalten können, haben wir die „Quasselfrequenz“ gerastet.

Vater und Sohn im Flugzeug voraus
Vater und Sohn 1 voraus

Die Aussicht ist ganz in Ordnung, auch wenn es etwas diesig ist. Und es gibt Thermik. Also wird es über dem Odenwald ruppig. Kenne ich das nicht schon? Mein siebenjähriger Copilot jedenfalls beschwert sich irgendwann, dass ihm komisch wird. Was soll man da machen? Der Arme kommt nach seiner Mutter. Ich bin je nach Bedingungen meist auch ein miserabler Beifahrer/Copilot. Nicht nur deshalb fliege ich am liebsten selbst.

Aber es ist spannend für ihn, neben dem Flugzeug zu fliegen, in dem Papa und Bruder sitzen. Bald erreichen wir Walldürn und landen einer nach dem anderen. Auch Andrés‘ Copiloten ist nach dem Flug etwas flau im Magen.

Angekommen in Walldürn EDEW
Angekommen in Walldürn EDEW

Wir Eltern beschließen, dass wir keinen Kuchen, sondern lieber etwas Herzhaftes essen sollten und ernten erst einmal einen Beschwerdehagel unserer Söhne. Am Ende sind sie aber doch einverstanden. Unter der Bedingung, dass es dazu Apfelsaftschorle gibt. Darüber lässt sich reden. Wir bestellen vier Portionen Pommes frites.

Sohn 2 beim Flugzeug- und Pilotenwechsel
Sohn 2 beim Flugzeug- und Pilotenwechsel

Gestärkt machen wir uns auf den Rückflug. Es soll nicht auf direktem Kurs zurückgehen, sondern über unsere alte Heimatstadt Heidelberg. Die Kinder tauschen die Plätze. Auf dem Rückflug ist es glücklicherweise überhaupt nicht mehr ruppig. Entweder liegt es an der geänderten Strecke oder an der Uhrzeit. Auf jeden Fall wird meinem Copilot diesmal nicht flau im Magen. Und so können wir gemütlich noch ein paar Kreise über der Stadt drehen, seine ehemalige Schule suchen und auch das Haus, in dem wir die letzten Jahre gewohnt haben.

„Mama, beim Papa wird mir nicht schlecht“

In Worms gelandet, empfängt uns mein Sohnemann, der den Rückflug mit seinem Papa ebenfalls sehr genossen hat. Die Kinder tauschen aufgeregt aus, was sie alles in Heidelberg erkannt haben und wo sie drüber geflogen sind.

Und ich bekomme zu hören: „Mama, also, ich muss dir sagen, beim Papa wird mir nicht schlecht. Ich fliege das nächste Mal lieber gleich mit dem Papa.“ Was soll man dazu sagen? Dass es auf dem Hinflug Thermik gab und beiden Kindern unabhängig vom Piloten schlecht wurde? Auch die Beteuerungen seines Bruders, dass ihm mit seiner Mutter auf dem Rückflug ebenfalls nicht schlecht geworden sei, helfen nicht. Mein Sohn bleibt dabei.

Aber ich bin mir sicher, dass er auch mal wieder mit mir fliegen wird. Irgendwann.

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